Festplatte reparieren und retten

Infos zur Reparatur von Festplatten

Wenn die Festplatte einen Defekt erleidet, dann sehen sich viele Benutzer mit der Fragestellung konfrontiert, ob es möglich ist eigenständig eine defekte Festplatte reparieren oder retten zu können.

Sehr häufig passieren hier die meisten Fehler, denn viele Nutzer agieren in derlei Situation oftmals konfus, gerade weil sie versuchen auf irgendeine Art und Weise die Festplatte zum Leben erwecken, bzw. retten zu können. Oft geschieht dies ohne überhaupt eine genauere Ahnung über die grundsätzliche Funktionsweise von Festplatten und Dateisystem-Architektur zu haben. Die Folgen, die sich aus diesem Verhalten ergeben, können bis zu einem Komplettverlust der Daten führen.

Jeder Anwender sollte sich bei einem physikalischen Defekt der Festplatte folgende Fragen stellen:

Wie wichtig sind die Daten und wie gravierend ist der erlittene Datenverlust ?

Ganz gleich ob eine Festplatte nun einen logischen oder physikalischen Schaden erlitten hat, sollte sich jeder Anwender in einer solchen Situation überlegen welchen persönlichen Wert er den verlorenen Daten beimisst. Kommen Nutzer hierbei zu dem Ergebnis, dass ein kompletter Verlust der Daten zwar schmerzhaft wäre, jedoch die Welt hierdurch nicht untergehen würde, so spricht nichts gegen eigenständige Versuche um bestehende Probleme an Dateisystemen, Partitionstabellen oder durch eigenstehende Reparaturversuche am Bootsektor der Festplatte mittels einer Software zur Datenrettung durchzuführen.

In Fällen bei denen die Daten jedoch unbedingt nicht verloren gehen dürfen, sollten Benutzer auf nichts riskieren. Hier empfehlen wir einen konsequente und rationale Herangehensweise, die sich dadurch äußert dass man, mit auftreten des Datenverlusts, die Festplatte umgehend ausschaltet und den direkten Kontakt mit einem Labor zur Datenrettung wie KUERT aufnimmt.

Welche Art von Defekt weist die Festplatte auf - Ist der Defekt logischer oder physikalischer Natur ?

Wenn die Festplatte einen physikalischen Defekt erlitten hat, zum Beispiel durch eine Erschütterung, scheitern selbstständige Versuche die Festplatte zu reparieren schon im Ansatz. Das Ergebnis ist eine Verschlimmerung des gesamten Schadensbilds der Festplatte. Nahezu alle Labore zur Datenrettung in Österreich erhalten regelmäßig kundenseitig geöffnete Festplatten, mit allen nur denkbaren Fehlern, wie Fingerabdrücken oder Kratzern auf den Magnetscheiben oder verbogene Lese-/Schreibeinheiten. Um es freundlich zu formulieren, sind all diese verschlimmerten Fehlerbilder nicht gerade zuträglich für eine erfolgreiche Rettung der Daten durch ein Labor.

Unsachgemäß durchgeführte Rettungsversuche von Kunden / Hobby-Datenrettern oder sonstigen "IT-Experten" mit der Zielsetzung, durch Instandsetzung der Festplatte, wieder einen Zugriff auf die Datenebene erlangen zu können, führen im Endeffekt zu dem Resultat, dass die Wahrscheinlichkeit zur Rettung durch ein professionelles Labor drastisch reduziert wird. Unterm Strich, ist dass dann nicht das Problem des Labors, es ist das Problem des Kunden der seine Daten möglichst umfänglich zurückhaben möchte, sich jedoch selbst dieser Möglichkeit durch eine falsche Vorgehensweise beraubt hat.

Vielen Anwendern die erstmalig von einem Defekt der Festplatte betroffen sind, fällt es schwer ein logischen und einen physikalischen Festplatten-Defekt voneinander zu unterscheiden.

So sehen sich Labore häufig mit Rettungsfällen konfrontiert, bei denen durch den Kunden die Rettung einer defekten Festplatte versucht wurde obwohl die betroffene Festplatte noch nicht einmal im BIOS des betroffenen Systems erkannt wurde. Trotzdem booten Kunden PCs über sogenannte Rettungs-CDs und versuchen sich einen Zugriff auf die Festplatte zu verschaffen. Das diese Versuche zum Scheitern verurteilt sind, da die Rettung mittels Software voraussetzt, dass die Platte im BIOS erkannt wird, weis dieser Kundentypus in diesem Moment nicht.

Symptome & Indizien zur Erkennung eines Festplatten-Defekts :

1. Interne oder externe Festplatte wird nicht mehr erkannt / Festplatte bootet nicht

2. Sofern die Festplatte kein Boot-Medium zum Systemstart ist:

Externe oder 2. interne Festplatte wird vom Betriebssystem nicht mehr erkannt

3. Die Festplatte klickt / klackert oder macht Schleif-Geräusche

4. Die Festplatte läuft nicht an / dreht sich nicht mehr

Einige wesentliche Punkte man stets beachten sollte:

1. Bei einer Festplatte handelt es sich um ein komplexes Stück Speichertechnologie:

Ein "Komponententausch" funktioniert bei moderneren Festplatten nicht. Diese Art von Reparatur wie man sie vom PC her kennt (Defekte Komponente raus, neue rein => läuft wieder) scheitert bei nahezu 100% aller am Markt verfügbaren Platten. Hier ist spezielle Erfahrung, entsprechendes technisches Equipment sowie tiefgreifendes Wissen zur Funktionsweise von HDD Komponenten erforderlich und ferner natürlich auch tiefgreifende Kenntnisse über die funktionale Logik von Dateisystemen und deren Datenorganisation.

2. Headcrash der Festplatte

Ein "Headcrash" der Festplatte, z.B. aufgrund eines Fallschadens, hat zur Folge, dass neben den Magnetscheiben und der Schreib-Leseeinheit mitunter auch die Datenlogik sowie die Firmware der Festplatte stark beschädigt werden. Beschädigungen an der Firmware der HDD innerhalb der sogenannten Service-Area-Bereich sind für den Nutzer ein aussichtsloses unterfangen bei jeglicher Art von Do-It-Yourself Datenrettung. Im Labor dient eine Festplatten-Reparatur lediglich zum Zweck der Datenrettung.

3. Bei ungewöhnlichen Geräuschen der Festplatte sofort richtig reagieren

Wenn Ihnen die auf Ihrer Festplatte gespeicherten Daten im Falle eines Defekts wichtig sind, so sollten Sie jegliche Anzeichen für einen bevorstehenden Ausfall der Platte richtig deuten können. klickende, klackernde oder schleifende Geräusche der Festplatte sollten Sie hierbei dazu veranlassen die HDD umgehend auszuschalten und von jeglichen selbstständigen Versuchen einer Reparatur abzusehen. Auch immer ein immer wieder neuerliches anschalten der Platte kann die Rettungschance sukzessive minimieren. Information ist hierbei oberstes Gebot und sollte immer vor jeglicher Art von Aktionismus stehen.

4. Physikalische Defekte an Festplatten, erfordern eine Reparatur durch professionelle Datenretter

Wenn eine HDD eine physikalische Beschädigung erlitten hat, dann kann weder eine Software zur Datenwiederherstellung noch Freunde, Bekannte oder ein IT-Fachhändler oder Systemhaus weiterhelfen. Die Öffnung von Festplatten darf nur in Reinraum-Umgebungen erfolgen, gerade weil Festplatten kontaktlos im Nanobereich arbeiten. Quasi der Bereich der zwischen den rotierenden Magnetscheiben und den Schreib-Leseköpfen der Festplatte liegt und der kleiner ist, als ein Staubkorn groß ist. Somit sind der Einsatz von Mikroskopie sowie weitere kostspielige Hardware und Spezialwerkzeuge für die Festplattenreparatur und alle anfallenden Arbeiten an der Laufwerksmechanik der Platte zwingend erforderlich um überhaupt eine Basis für eine erfolgversprechende Datenrettung zu schaffen.

Somit ist es nur logisch, dass sich diese Basisvoraussetzungen für einen halbwegs erfolgreichen Reparatur - und Rettungsversuch nur schwerlich im Freundes- und Bekanntenkreis oder im IT-Fachhandel finden lässt. Natürlich ist der IT-Fachhandel oder ein IT-Systemhaus eine gute Anlaufstelle zur ersten Beratung für alle Fragen von Datenverlust oder simplere Arten von Datenwiederherstellung bei versehentlich gelöschten Dateien, Ordern oder Partitionen. Um jedoch defekte Festplatten und deren Mechanik nach einem physikalischen Defekt reparieren zu können, fehlt es sowohl dem IT-Fachhandel, als auch einem IT-Systemhaus an entsprechendem Know-How, der entsprechenden Technik sowie an spezialisierter jahrelanger Erfahrung in diesem Segment. KUERT bietet interessierten Fachhändlern und Systemhäusern ein spezialisiertes Partnerprogramm zur Datenrettung an, wenn es um Festplattenrettung geht. Hierdurch wird der Handel in die Lage versetzt, kundenseitige Aufträge im Bereich der Datenrettung sach- und auch fachgerecht durchführen zu lassen und kann nach erfolgreich ausgeführter Rettung auch eine entsprechende attraktive Provision erzielen und somit zusätzlich profitieren.

5. Reparatur der Festplatte bei logischen Beschädigungen am Dateisystem, Partitionstabelle oder durch Virenbefall

Nach einer versehentlichen Datenlöschung von Dateien, Ordnern oder kompletten Partitionen sowie nach evtl. Befall durch Viren oder Trojaner, gibt es durchaus Möglichkeiten um die verlorengeglaubten Daten selbstständig retten zu können. Grundvoraussetzung hierbei ist, dass die Festplatte zu 100% funktionabel ist um eine Datenwiederherstellung durchführen zu können. Aber auch hier gilt es, einige wesentliche Punkte zu beachten.

  • Vermeiden Sie unter allen Umständen am Originalmedium zu arbeiten
  • Erstellen Sie zunächst eine sektorbasierte Kopie des zu rettenden Datenträgers
  • Den Versuch der Datenwiederherstellung mittels einer Rettungssoftware sollten Sie immer an der sektorbasierten Kopie und nicht am Originalmedium durchführen.

Installieren Sie nie eine Datenrettungssoftware auf die Festplatte von der Sie die verlorenen Daten wiederherstellen möchten, gleiches gilt auch für alle imagebasierten Versuche um Daten von der Festplatte wiederherzustellen zu wollen.

Folgt man diesen Punkten, so erhält man die bestmögliche Chance auf eine erfolgreiche Rettung oder Reparatur des Dateisystems oder der Partitionstabelle. Diese Verfahrensweise setzt jedoch voraus, das Sie zu einhunderprozentig ausschließen können, dass an der Festplatte kein physikalischer Defekt vorliegt.